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26. April 2026 | Lesezeit: ca. 2 Minuten (300 Wörter)
Konzert

Frühlingskonzert

26. April 2026 19:00 Uhr Großer Saal, Haus der Musik

 

„Tragödie oder Triumph? Von der Dämonie ins Licht.“


W. A. Mozart, Konzert in d-Moll, KV 466
D. Schostakowitsch, Symphonie Nr. 5

Leitung: Dorian Keilhack
Solist: Yijun Shen
Orchester des Tiroler Landeskonservatoriums

Trotz der unterschiedlichen Epochen verbinden Mozart und Schostakowitsch überraschende Parallelen in ihrem Leben und ihrer künstlerischen Haltung: Beide zeigten früh außergewöhnliche musikalische Begabungen. Beide reiben sich an Machtstrukturen ihrer Zeit auf. Beide waren Meister der Form und arbeiteten oft mit einer erstaunlichen Schnelligkeit und Klarheit. Beide benutzten für ihre existentiellen Werke die Tonart d-Moll.

In seinem Klavierkonzert d-Moll KV466 benutzt Mozart diese Tonart als Symbol des Dämonischen, des Todes und des Übernatürlichen. Im Gegensatz zu Schostakowitsch beschreibt Mozart hier den dramaturgischen Weg von der Finsternis zum Licht («per aspera ad astra»). Nach einer Atmosphäre von Angst, Unruhe und synkopierter Getriebenheit im ersten und letzten Satz, nur unterbrochen durch die scheinbare Ruhe des 2.Satzes, endet das Konzert in D-Dur. Das „ad astra“ ist bei Mozart kein schwer erkämpfter philosophischer Sieg, sondern eine befreiende Wendung ins Galante, die den Hörer aus der tragischen Beklemmung entlässt.

Wie kann man künstlerische Integrität unter einer totalitären Herrschaft bewahren?  In Dimitri Schostakowitschs Werk finden wir immer wieder Bespiele dafür. Seine 5. Symphonie in d-Moll stellt einen existentiellen Überlebenskampf dar. Für das Stalin-Regime galt diese Komposition als Triumph des Staates gegen seine Künstler, für den Komponisten als Tragödie, geprägt vom Ausdruck tiefem Leid, Angst und Unterdrückung.

Die Sinfonie ist von einer "tiefen Spannung, einem Gefühl des Widerstands und des Trotzes geprägt". Sie gleicht einem Schicksalsdrama, in dem der Mensch (oder der Komponist selbst) versucht, sich gegen eine übermächtige Gewalt zu behaupten.

Gerade im vierten Satz kehrt die Musik am Ende – trotz des majoralen, triumphalen Charakters – zu einer melancholischen Moll-Stimmung zurück, was die „falsche“ Freude unterstreicht.

Eintritt frei! Zählkarten unter: Haus der Musik Innsbruck - Frühlingskonzert - Tickets

 

 

 

Veranstaltungs-Informationen

Beginn: 26.04.2026, 19:00
Ende:
Ort: Großer Saal, Haus der Musik
Universitätsstraße 1
6020 Innsbruck
Anfahrt: In Google Maps Öffnen